Die Region
Warum Tocantins
Der letzte Hotspot, der noch in Entwicklung ist
Aus meiner Sicht bietet der Bundesstaat Tocantins heute die beste Gelegenheit, in Brasilien einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Klima und Boden sind sehr gut — bei guter Bewirtschaftung sind zwei Ernten pro Jahr möglich — und, entscheidend, die Bodenpreise sind noch moderat.
Es gibt keinen Vergleich mit den Preisen im Süden (etwa im Bundesstaat São Paulo) oder im Mittleren Westen (etwa Mato Grosso). Das sind entwickelte, etablierte Regionen, in denen der landwirtschaftliche Ausbau bereits stattgefunden hat und kaum noch Land zu erschließen bleibt. Tocantins ist einer der letzten Agrar-Hotspots, der sich noch in Entwicklung befindet. Das bedeutet, dass etwas Pionierarbeit übrig bleiben kann — Land roden, Infrastruktur aufbauen — aber für all das stehen lokale Vertragspartner bereit.
Andere Entwicklungsregionen bieten nicht dieselben Bedingungen: Roraíma im Norden hat schlechte Böden (und nur 20 % des Landes dürfen genutzt werden), Piauí hat nur einen kleinen Streifen guten Landes zu höheren Preisen, Maranhão ist zu hügelig, Bahia ist zu teuer.
Klima und Boden
Das Klima ist warm, mit einer Regenzeit von November bis April und einer jährlichen Niederschlagsmenge von etwa 1.800 mm.
Die Böden haben einen Tongehalt von etwa 15–25 %, stellenweise 30–35 %, der Rest ist Sand — sehr gut für Soja. Die natürliche Vegetation ist Feuchtsavanne unterschiedlicher Dichte; das Gelände ist sanft gewellt.
Infrastruktur
Tocantins hat ausgezeichnete Verkehrsanbindungen, darunter eine Bahnstrecke zum Hafen von São Luiz im benachbarten Maranhão. Kalksteinvorkommen liegen in der Nähe. Die gesamte kommerzielle Infrastruktur der modernen Landwirtschaft ist vorhanden: Händler für Saatgut, Dünger, Chemikalien und Maschinen sowie Abnehmer für die Agrarprodukte.
Wertsteigerung
Eine Reise, die ich 2018 durch die Region unternahm, um für einen Kunden Ackerland zu suchen, hielt diese Preise fest (Wechselkurs zu jener Zeit: 4,5):
- Gutes Land, kaum gerodet, 7.000 ha, 200 km von der Hauptstadt Palmas: R$ 1.900/ha ≈ 420 €/ha
- 14.400 ha neben Lagerhalle und Asphaltstraße, teilweise offen, flach, in Top-Zustand: R$ 3.500/ha ≈ 780 €/ha
- 5.000 ha an der Asphaltstraße, vieles bereits in Kultur, etwa 50 km entfernt: R$ 7.000/ha ≈ 1.550 €/ha